Heute haben wir zum ersten Mal auf dieser Reise eine Etappe abgebrochen und eine schützende Bucht aufgesucht. Gegen zuviel Wind und Welle fahren macht keinen Spaß.

In der Nähe liegen ein Engländer und ein Schwede. Sie haben die selbe Option gewählt. Eine gute Gelegenheit, einmal etwas über das Ankern zu erzählen.
Das fängt erstmal bei den Begriffen an. In einem Hafen macht man fest. In freier Wildbahn muss man ankern. Schon zu prähistorischen Zeiten haben Menschen Boote gebaut und haben auf Reise natürlich geankert. Dazu hatten sie schwere Steine dabei, an denen sie ihre Ankerleine befestigt haben. Die Griechen in der Antike haben Netze mit Steinen gefüllt und zu Wasser gelassen. Das war handlicher für die größer gewordenen Schiffe. Solche Anker funktionierten einfach durch die Reibung der Masse auf dem Meeresboden. Seit rund 2.500 Jahren gibt es Anker aus Eisen, deren Flunken sich in den Boden eingruben. Das war ein großer Fortschritt. Moderne Anker arbeiten prinzipiell gleich.
Wenn wir auf Reise sind, gehen wir nicht so gerne in Häfen. Lieber liegen wir frei vor Anker und haben unsere Ruhe. An Land können wir ja mit unserem Beiboot. Daher ist es wichtig, dass das ganze Ankergeschirr von bester Qualität ist.
Unser Anker ist ein moderner Anker von Ultramarine. Schon auf unserer Fastnet-Lady hatten wir diesen Typ und machten nur gute Erfahrungen.

Der Anker hängt an einer 100 Meter langen Edelstahlkette. Deren Chromox-Legierung ist die einzige Chromstahlkette, die im Mittelmeer nicht korrodiert.
Die ganze Kette wiegt 230 Kilo und der Anker 45 Kilo. Das kann man nicht mit der Hand nach oben ziehen. Daher braucht es noch eine elektrische Winde.

Das Manöver zum Ankern ist einfach. Man stoppt das Boot da, wo der Anker liegen soll und lässt ihn ab. Dabei muss der Bug in den Wind zeigen. Dann macht man ganz langsame Fahrt rückwärts und legt die Kette gerade auf den Boden. Je nach Windstärke legen wie etwa drei bis fünf mal soviel Kette, wie das Wasser tief ist. Wenn die Kette dann spannt, stoppt sie das Boot auf und der Anker gräbt sich in den Sand ein.

Natürlich bleibt das Boot nicht auf der Stelle stehen. Vielmehr schwoit es (dreht sich) mit dem Wind um den Anker. Je nach Windstärke spannt sich die Kette oder fällt schlaff senkrecht nach unten. Also ist das Boot mal näher, mal weiter vom Anker entfernt. Es geht aber immer im Kreis um den Anker. Das Bild oben zeigt die Bewegungen des Bootes vom Ankern am Abend mit leichtem Wind von Süden und nächtlichen Schwingen vor dem Anker bei nördlichem Wind.
Demnächst schreiben wir über die Auswahlkriterien für einen Ankerplatz.
