Waldbrände

Wir sind schon seit Jahrzehnten mit Schiffen im Mittelmeer unterwegs und haben schon viele Waldbrände gesehen.

Ganz übel war es 2021 im Norden von Euböa. Die Insel brannte und wir sahen aus 3 Meilen Entfernung zwei Dörfer in Flammen aufgehen. Die Küstenwache holte die Menschen vom Strand ab. Im deutschen Propagandaradio DLF wurde gleichzeitig berichtet, dass deutsche Hubschrauber auf Euböa im Einsatz wären. Glatte Lüge. Es war kein einziges Flugzeug dort. Die Griechen hatten alle Feuerabwehr auf die Industriegebiete nördlich von Athen konzentriert. Eine richtige Entscheidung. Aber warum faselt der DLF immer Meinung und Haltung statt Nachrichten?

Über den Waldbrand vor drei Wochen in Montenegro hatten wir berichtet.

Gestern ging es in Saranda, Albanien wieder los. Wir wollten mit dem Auto in die Berge zum berühmten Blauen Auge und den Wasserfällen. Wenige Kilometer vor dem Ziel sahen wir aufsteigenden Rauch.

Trotzdem sind wir die Schotterstasse noch zwei Kilometer weitergefahren. Mit uns ist niemand gefahren, außer einem roten Allradsuzuki, der an uns vorbei gerast ist. Als uns etwa ein Dutzend Autos entgegen gekommen war,  wurde uns klar, dass wir besser umdrehen.

Wir lagen am Zollkai von Saranda und hatten eine perfekte Aussicht auf die Fähren und die lauten Diskopiraten in der Bucht.

Heute morgen war die ganze Stadt voller schwarzer und grauer Asche. Sie schwamm im Wasser und unser Schiff war wieder so dreckig wie neulich in Montenegro.

Mit Hilfe unserer lieben Agentin Leljia haben wir aus Albanien ausgecheckt und sind die 15 Meilen nach Korfu gefahren.

Zum Bewältigen der griechischen Einreisebürokratie bin ich alleine an Land gefahren. Martina hat so lange an Bord viel Dreck weg gemacht. Vier Stunden später sind wir gemeinsam an Land und haben im nächsten Restaurant einen schönen Fisch gefuttert.

Im Dinghi zurück zum Schiff sahen wir, wie das Feuer in Albanien sich entwickelt hat. Zur Erklärung: das Feuer ist etwa 30km entfernt. Die scheinbare Zweiteilung des Fotos verursacht unser Ankerlicht.

Jetzt ist die ganze Region in der Höhe voller Rauch.

Ein Ankerplatz mit Wumms

Albanien hat nicht viele Ankerbuchten, wo man sicher und in angenehmer Umgebung eine Nacht oder auch ein paar Tage bleiben kann. Der schönste Ankerplatz ist Porto Palermo.

Die Bucht wird am südlichen Ende durch eine Halbinsel begrenzt, auf der eine Burg aus dem 17. Jahrhundert liegt.

Das Land rund um die Bucht fällt steil ab in das tiefe, klare Wasser.

Die Burg ist gut erhalten und bieten einen interessanten Rundgang.

Der kleine Strand an der Landverbindung ist sehr belebt.

Wir ankern an der Ostseite der Bucht, wo der hohe Berg steil aufteigt.

Als erfahrene Fahrtensegler wissen wir, was das bedeutet: in der Nacht, wenn die Steine kalt werden, das Meer aber warm bleibt ist hier mit starkem Wind zu rechnen, der vom Berg herabfällt.

Also haben sind wir nicht ganz so nah ans Land und haben auf 25m Tiefe 80m Kette gesteckt. Der Wind kam, unser Anker hielt und so gingen wir irgendwann schlafen.

Zwischen uns und dem Land lag ein Segler aus Italien, der leider nicht so vorsichtig war. Sein Anker hielt nicht und sein Schiff trieb auf uns zu. Bevor er irgend etwas machen konnte, rummste es schon. Er ist mit seiner linken Scheuerleiste voll in unseren Bug gekracht. Dadurch wurde bei uns der Epoxy-Kit aufgeschlagen.

Die Schuldfrage ist klar. Das Schiff kommt aus Palermo und wir werden den nächsten Winter auch auf Sizilien sein. Unsere Werft in Riposto wird einen schönen Auftrag mehr haben. Das finanzielle regelt seine Versicherung. Hoffentlich.

Gewitter in der Fischfarm

Der Ankerplatz vor Vlorë ist gut geschützt und der Anker hält in dem schweren Schlamm bestens.

Wir nutzten die Zeit auch für diverse Arbeiten.

Nur, bei Wind aus Nordwest können die Wellen leicht auf einen Meter und mehr gehen. Es war ein ordentliches Gewitter angesagt, natürlich mit starkem Wind aus Nordwest. Also beschlossen wir, uns in die südwestliche Ecke der großen Bucht von Vlorë zu verdrücken.

Auf der Seekarte waren Anlagen zur Fischzucht eingezeichnet. Als wir dort ankamen mussten wir feststellen, dass es mehr Anlagen waren als eingezeichnet. Zu allem Überfluss schwammen auch noch Fischernetze dazwischen.

Vorsichtig schlichen wir zwischen Alledem durch an das hintere Ende der kleinen Bucht. Leider war das Wasser sehr tief und stieg vor den Felsen steil an. Also legten wir den Anker auf 35m Tiefe mit 85m Kette. So tief haben wir noch nie geankert.

Der Wind nahm ordentlich zu und wir sahen, wie auf der anderen Seite über Vlorë das Gewitter niederging. Als es vorbei war, gab es wunderschöne Regenbogen.

Leider hörte der Wind nicht auf und als es dunkel wurde, war es uns etwas mulmig. Wenn der Anker nicht halten sollte, hätten wir bei Nacht keine Chance, unfallfrei aus diesen unbeleuchteten Fischzuchtanlagen herauszukommen.

Der Anker hielt und gegen Mitternacht legte sich der Wind. Die Ruhe am Morgen war ein guter Grund, die Drohne steigen zu lassen.

Eine tolle Sicht rundum aus 120m Höhe:

Und eine problemlose Rückkehr.

Vlora mit dem Quad

Wie liegen einige Tage in der Bucht von Vlora vor Anker. Sie bietet, mit Ausnahme gegen Wind aus Nord-West guten Schutz und hat einen tollen Anleger für unser Dinghi.

Die Skipper der Touristenboote sind nett und passen auf unser Boot auf. Das hat man nicht überall.

Als erste Aktion haben wir eine Tour mit Quads mitgemacht.

Die Tour ging lange durch schöne Pinienwälder. Leider ist hier alles sehr verdreckt. Die Müllabfuhr funktioniert offensichtlich schlecht und die Albaner lassen ihren Abfall überall.

Es war eine abwechslungsreiche Fahrt.

Eines der Ziele war das Kloster Zvërnec. Es ist eine byzantinische Kirche aus dem 13. Jahrhundert.

Das Kloster ist auf einer kleinen Insel in der Lagune, die über einen hölzernen Steg erreichbar ist.

Leider ist auch hier viel Abfall im Wasser.

Flamingos in der Lagune

Am schönen Adria-Strand auf der anderen Seite der Lagune machten wir eine Pause.

Zurück ging es mit Hindernissen.

Nach vier Stunden Tour gab es dann etwas Ordentliches vom Grill und ein Dubbe-Bier dazu.

Von Budva nach Shengjin

Budva war unsere letzte Stadt in Montenegro.

Vor Anker bei Budva

Wir lagen südlich des Riffs vor Anker und konnten mit dem Dinghi in die Stadt fahren.

Unser Dinghi kuschelt am Fähranleger

Wikipedia zu Budva:

Budva (kyrillisch Будва, italienisch Budua) ist eine Stadt in der gleichnamigen Gemeinde Montenegros mit ca. 13.000 Einwohnern. Es ist einer der ältesten Orte an der Adria, nach alter Mythologie vor über 2500 Jahren von Kadmos, dem Sohn des griechischphönizischen Königs Agenor gegründet. Die Stadt wurde 1979 bei einem Erdbeben fast völlig zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut. Budva ist heute vor allem ein touristischer Badeort.

Um die Mittagszeit haben wir uns beim Hafenkapitän abgemeldet und er hat unsere Crewliste zur Ausreise abgestempelt. Später sind wir um die vorgelagerte Insel herumgefahren ans Zollkai von Budva. Dort hat uns der Zoll ausklariert und wir hatten die Auflage auf direktem Weg Montenegro zu verlassen.

Übles kündigt sich an

Nach Shengjin sind es 45 Meilen und wir rechneten mit einer ruhigen Nachtfahrt. Was Wind und Welle anbelangt, war sie das auch. Aber wir bekamen stundenlangen Starkregen. Der Regen und die dicken Wolken machten die Nacht rabenschwarz. Es gab keine Sicht mehr. Der Radar ist bei dieser Situation auch sehr eingeschränkt, weil der dichte Regen fast alle Radarwellen reflektiert. Einzig das AIS zeigte uns zuverlässig einen Frachter und einen Passagierschiff, die unseren Kurs kreuzten.

Bei Nachtfahrten landen immer wieder Fische auf unseren Badeplattformen

Die Zieleinfahrt in die Bucht vor Shengjin war dann abenteuerlich. Mit keinen 30m Sicht sind wir langsam zum Strand  geschlichen. Um 02:17 haben wir auf 6m Tiefe den Anker gelegt. Feierabend.

400m weg schaukelt die Silent-Sea

Wenige Stunden später, pünktlich um acht. Ich treffe Herrn Froku, den Hafenagenten. Wir hatten ihn 24 Stunden vorher per WhatsApp kontaktiert und ihm alle Papiere geschickt. Er organisiert das Einklarieren.

Währenddessen gehen wir auf seine Empfehlung in ein gutes und preiswertes Fischrestaurant. Willkommen in Albanien.

Eine heisse Nacht

Nachdem wir die Bucht von Kotor verlassen hatten, gingen wir gestern 12 Meilen südlich von Herzeq Novi vor Anker.

Die große Bucht von Lustika war unsere Wahl weil sie gegen nördlichen Winde besten Schutz bietet. Der DWD sagte Gewitter mit kräftigen Winden aus NW voraus.

Zuerst lagen wir weit hinten vor dem Strand, wo auch andere Segler waren. Gegen 17 Uhr begann der Beachclub in extremer Lautstärke sein völlig sinnloses Tecno-Gehämmere zu verbreiten. Erfahrungsgemäß hört so etwas vor 2 Uhr nicht auf. Also sind wir weg.

Am westlichen Ausgang der großen Bucht fanden wir eine lauschige Ecke, die uns genügend Schutz versprach. Wir machten uns ein Abendessen, verbrachte einen ruhigen Abend und gingen irgendwann schlafen. Der angesagten starke NW-Wind war nicht eingetreten aber entfernt waren Blitze zu sehen.

Gegen zwei Uhr gab es einen lauten Knall. Ein Blitz hat ganz nah eingeschlagen. Kurze Zeit danach sahen wir, dass der Wald brennt. Etwa 150m von uns entfernt entwickelte sich ganz schnell ein riesiges Feuer. Angesichts der Hitze, die wir an Deck schon spürten und des Funkenfluges im Wind, war klar, dass wir schnellstens weg müssen.

Das Hochziehen des Ankers dauert etwa 1,5 Minuten. Diesmal scheinbar ewig. Endlich waren wir los und konnten Abstand gewinnen.

Also fuhren zurück zur Disko, wo mittlerweile Stille herrschte. An Land sah man die Feuerwehren herbeieilen. Das Feuer fraß sich über den Berg und kam wieder näher.

Beim ersten Licht des Tages

Wir haben dann wieder geschlafen und wurden gegen 10 Uhr vom eintreffenden Hubschrauber geweckt.

Das Boot war voll von Asche. Nach zwei Stunden waren wir wieder einigermaßen sauber und konnten nach Budva aufbrechen.

Eine intelligente Frage

Heute zum zweiten Mal in diesem Sommer dieselbe Szene. Wir liegen vor Anker, Buben im Schulalter paddeln ums Schiff und sprechen mich an. Es gibt einen kurzen Dialog: „Hi. I like your boat “ – „thank you“ – „what is your profession?“ – „I am engineer for electronics“ – „Ah, thank you. Nice day!“

Nicht die Frage, was so ein Boot kostet. Mit allem, was dahinter an Gedanken sein mag. Nein sie stellen die Frage, was kann ich tun, um mir irgendwann auch so etwas leisten zu können.

Denkt unsere GenZ auch so?

Altstadt ohne Leute

Gestern waren wir wieder in der Altstadt. Es war ein besonderer Tag.

Die Festung schützt die Stadt und ist von Wasser oder steilen Hängen umgeben
Auf der mächtigen Mauer sind nur Katzen zu sehen.
Die Stadt wirkt „aufgeräumt“

Langsam schlendern wir in die Stadt.

Es gibt viele tiefentspannte Katzen
Wenige Leute sitzen an den Restaurants
Zugbrücke am Südtor.

Was war das Besondere an diesem Tag? Es war kein Kreuzfahrer da.

Ein „Ameisenboot“

Heute ging es wieder los. Um 7 legte der Erste am Kai an. Draußen ankerte schon ein Größerer und spuckte seine Ameisenboote aus.

Um die Mittagszeit lagen drei Kreuzfahrer hier und dazu noch die „Royal Clipper“, ein Nachbau des berühmten Flying-P-Liners „Preussen“.

Seit vielen Jahren sehen wir sie …
Ruhe, noch.

Heute war es sicher wieder grässlich in der Stadt. Die Schiffe spucken ihre Ameisen aus, die sich dann Schulter an Schulter durch die Stadt drücken.

Irgendwie rücksichtslos.

Kleiner Nachtrag: da hinten liegt die „Royal Clipper“. Ihr Vorbild war vor 120 Jahren eines der größten, wirtschaftlich funktionierenden Schiffe der Menschheit. Dahinter ein mittelgroßer Kreuzfahrer.

Bucht von Kotor

Die Bucht ist von hohen Bergen umgeben und bietet Ankerplätze, wie man sie normalerweise nicht hat.

Erster Drohnenflug ums Schiff

Das besondere an den Ankerplätzen ist das ungewohnte Wasser. Von den Bergen kommen Bäche mit klarem, recht kaltem Wasser. Da Süßwasser leichter ist als Salzwasser erlebt man beim Schwimmen, dass das Wasser oben kalt ist und 15cm tiefer wärmer wird.

Die Hälfte des Tages sind wir mit Arbeiten am Schiff oder Buchhaltungen beschäftigt. Ansonsten sind wir an Land und laufen die Berge hoch.

Von Molinj auf 300m Höhe

Nach zwei Tagen in Molinj haben wir nach Kotor verlegt. Bei nur drei Knoten Fahrt sind wir direkt mit der Energie unserer Solarpanels gefahren und haben die Landschaft genossen.

Die Explorer of the Seas läuft ein

Die Explorer of the Seas ist ein Kreuzfahrtriese mit 311m Länge und 49m Breite. 1180 Crew-Mitglieder betreuen bis zu 3100 Gäste. Als sie im Jahr 2000 in Dienst gestellt wurde, war sie eines der größten Schiffe.

In Kotor ankern wir direkt bei der Altstadt.  Also sind wir gleich mal rein, haben eine Kleinigkeit gegessen und schlenderten durch die Stadt.

Bazar

Aus einem unerfindlichen Grund sind wir diese Gasse hochgelaufen und fanden uns am Eingang zur Festung mit Kasse wieder. Ohne zu Überlegen haben wir den Eintritt bezahlt und sind losgeschlappt.

Dass wir uns auf 1350 Stufen mit zusätzlicher Kraxelei eingelassen hatten, begriffen wir dann langsam. Bei 35° im Schatten war das keine Kleinigkeit.

Der zunehmend spektakuläre Ausblick war die Motivation für jede Stufe.

Einmal dachten wir ans Aufgeben. Aber, das wäre das erste Mal in unserem Leben gewesen, dass wir nicht durchhalten. Geht gar nicht!!

Martina dachte über Verliese nach.
Fast da

Der Lohn war dieser grandiose Blick. Und das „geschafft!!! – Gefühl“.

Runter ging es schneller aber dennoch bewusst Knieschonend.

Am Stadtkai liegt noch der Kreuzfahrer und sammelt langsam seine Ameisen ein. Am Abend ist er dann fort.

Nacht. Das Wasser wird ruhig und wir konnten unsere herzhafte Tour nochmal ganz besonders sehen.

Bilder aus Montenegro

Stadtkai von Tivat

In diesem Beitrag erzählen wir nicht viel. Dafür gibt es schöne Bilder.

Nach unserem Spaziergang durch Tivat kommen wir zurück zu unserem Dinghi und sehen, dass wir den Platz dieser kleinen Fähre blockiert hatten. Wir passten genau unter das Deck des Trimarans. Aufgeregt hat sich niemand.

Wir verlegen zu einem ruhigen Platz eine Meile weg von Tivat

Die Bucht von Kotor ist eine Reise wert. In der verzweigten Bucht, die von hohen Bergen umgeben ist, sind uralte Städte.

Bei Molinj haben wir unseren Anker auf 14m Tiefe mit 45m Kette eingegraben. Dann haben wir uns vom Boot eines zauberhaften Restaurant abholen lassen.

Den Fisch haben wir nicht fotografiert

Heute wollten wir uns Perast anschauen und sind mit dem Dinghi die zwei Meilen dorthin gefahren.

Auf halbem Weg begannen wir uns zu Fragen, woher die zunehmenden Wellen kommen.

In Perast war es furchtbar. Dutzende, teils stark motorisierte Taxiboote und kleine Fähren zerwühlten das Wasser und schippern massenhaft Leute herbei und weg. Für uns keine Chance, bei diesen Wellen unser Boot am Kai festzumachen. Also sind wir die zwei Meilen zurück zu unserem ruhigen Ankerplatz.

Unsere „Terrasse“ ist manchmal unaufgeräumt. Dafür hat sie täglich wechselnde Aussicht.

Neben den schönen Bildern: Der größere Teil des Tages wird gebraucht für Bilanzen, Steuererklärungen und TelKos. Auf jeden Fall haben wir einen schönen Arbeitsplatz.