Es gibt zwei gute Gründe, in Brindisi eine Pause einzulegen. Erstens ist hier ein richtig guter Hafen, der uns Schutz vor dem heftigen Nordwind gibt.

Zweitens war dieser Naturhafen über viele Jahrtausende ein Drehpunkt der Kulturen.

Gestern sind wir früh aus der Bucht von Ontranto ausgelaufen um vor dem angesagten Nordwind möglichst weit nach Norden zu kommen. Das hat auch zur Hälfte geklappt. Die zweite Hälfte war dann schon etwas ruppiger. So waren wir froh, als uns nach 42 Meilen die lange Mauer des Hafens von Brindisi in ihren Schutz nahm. Gegen 14 Uhr wurden wir von den freundlichen Marineros empfangen.

Bei so einer Fahrt durch die Wellen spritzt natürlich ständig das Wasser über das Schiff. Mit den Stunden bildet sich dann überall eine richtige Salzkruste. Dafür gibt es im Hafen an jedem Liegeplatz Wasseranschlüsse. Während ich im Hafenbüro die Formalitäten erledigte, spülte Martina mit dem Wasserschlauch das ganze Salz vom Schiff.
Heute wollten wir natürlich das alte Brindisi sehen. Der Bus brachte uns in 15 Minuten vom Porto Turistico direkt in die Altstadt.





Das archäologische Museum bietet auf drei Stockwerken eine schöne Sammlung von Objekten aus den letzten 6000 Jahren in dieser Region.
Besonders interessant für diesen Blog fanden wir diese Kollektion von Ankern aus vorgeschichtlicher Zeit bis etwa 300 vor Christus.



Diese Säulen sollen das Ende der Via Appia markieren. Diese Handelsstraße von Rom nach Süden wurde um 190 vor Christus bis Brundisium fertiggestellt. Danach entwickelte sich die Stadt zum wichtigsten Umschlagplatz von Waren und Sklaven aus dem nahen Osten. Die Via Appia wurde zur Regina Viarum, der Königin der Straßen.

Ehrlich gesagt: ich glaube diese Geschichte, dass diese Säulen das Ende der Via Appia markieren sollen, nicht. Das passt nicht zur Denkweise des antiken Roms. Wenn das hier das Ende sein soll, hätten sie eher ein Tor gebaut. Wie in Trier die Porta Nigra. Ich denke eher, dass Rom mit diesen Säulen seinen imperialen Blick über die Via Appia hinaus auf das Meer und nach Osten zum Ausdruck brachte.
