Heute wurden wir zum dritten Mal von der italienischen Guardia di finanza kontrolliert.

Deren Boote sind in allen Häfen präsent. Sie patroullieren immer die Küste entlang.
Mit ihren schnellen Schlauchbooten kommen die auch in der Ankerbucht längsseits.

Sie wollen immer das gleiche sehen: Die Personalausweise der Leute an Bord, den Eigentumsnachweis für das Schiff und den Nachweis der Haftpflichtversicherung.
Gleichzeitig ist jeder Hafen verpflichtet, von uns genau diese Papiere zu verlangen.
Damit stellt Italien sicher, dass keine gestohlenen Boote unterwegs sind. Und sie überwachen sehr genau, welche Menschen darauf sitzen.
Bei den Kontrollen sind die Beamten polizeilich bestimmt aber immer höflich. Sie überprüfen unsere Dokumente gegen Ihre eigenen Datenbanken. Am Ende bekommt man ein zweiseitiges Protokoll über diesen Check. Das ist einige Wochen valide und man kann es einem anderen Kontrollboot vorlegen damit die nichts machen (müssen).
Jetzt kommen wir zum Mannheimer Amtsgericht. Dieses führt neben dem Grundbuch auch ein Seeschiffsregister. Beides sind Register öffentlichen Glaubens welche ein Eigentum dokumentieren.
Die Bundesländer haben kürzlich beschlossen, alle Seeschiffsregister in Hamburg zu vereinen. Das ist bestimmt eine sinnvolle Verwaltungsvereinfachung.
Ende Juli hat das Gericht uns angeschrieben und die Verlegung des Registers nach Hamburg kundgetan. Wir sollen bitte unser Schiffszertifikat ans Gericht geben, weil sie das nach Hamburg transferieren. Hamburg würde uns dann irgendwann mal ein neues Zertifikat zusenden.
Das haben wir natürlich nicht gemacht. Ohne dieses Zertifikat wären wir jetzt schon drei mal im Knast gelandet.
Das Mannheimer Registergericht weiß offensichtlich nicht mehr, für was die Dokumente gut sind, die sie ausstellen.
Mal sehen, was für Ordnungsstrafen wir bekommen, weil wir denen unser Zertifikat nicht geschickt haben.
Der Zerfall Deutschlands sitzt in den Amtsstuben.
