Neue Solarpanele

Wichtigstes Projekt in diesem Winter waren die neuen Solarpanele auf unserem Hubdach. Da wir mit Elektromotoren fahren, sind die Solarpanele auf unserem Dach besonders wichtig. Egal, ob unterwegs oder am Ankerplatz, sie sammeln den ganzen Tag viel Energie. Im Sommer können das über 50kWh pro Tag sein. Sie versorgen den Haushalt des Schiffs und laden die Batterien für den Antrieb.

Im Vorderen und hinteren Bereich haben wir normale Solarmodule, wie sie auch auf Hausdächern installiert werden.

Mit natürlicher Energie unterwegs

Im mittleren Bereich können wir das Dach hydraulisch anheben. Dort dürfen die Solarpanele nicht so schwer sein. Deshalb waren dort semifexible Module angebracht. Diese sind leicht, weil sie mit Kunststoff statt Glas gemacht sind. Sie werden auf Schiffen normalerweise aufs Deck geklebt. Das Problem ist, dass sie nach wenigen Jahren von der Sonne zerstört sind und ausfallen.

Semifexible Module am Hubdach

Im letzten Herbst waren zwei Drittel dieser Module tot. Ein Austausch stand an. Wir wollten nicht nochmal denselben Mist aufkleben und suchten nach Alternativen. Diese bot die Firma SunOyster.

Glas, 3mm dick, leicht.

Diese Module aus Glas werden sehr lange funktionieren. Sieben Stück passen auf das Hubdach und bringen die selbe nominale Leistung wie 27 neue Module aus Kunststoff.

Die Umsetzung des Projektes brauchte aber viel Energie. Wir ließen die Module von einem Shiply-Transporter von Hamburg nach Mannheim bringen.

Dann mieteten wir für einen Monat einen Transporter und packten die Module, Werkzeuge, Maschinen und Kleber ein. Weil noch Platz war, nahmen wir die Mountainbikes mit.

Ganz vorne die Neuen Module

900km nach Genua. Um Mitternacht auf die Fähre nach Palermo….

24 Stunden später nochmal 250km …

… und schon war alles in Riposto. Aber dann fing das Grauen an. Die Module waren nicht mit dem lösbaren Originalkleber befestigt sondern vollflächig mit Sikaflex aufgeklebt.

Kreissäge, Fein, Staubsauger

Ich habe die Module mit der Kreissäge in 5cm breite Streifen geschnitten und dann mit dem Fein-Schwingmesser abgelöst.

Eine endlose Fläche. Es war mit Unterbrechungen durch stürmische Regenschauer eine Arbeit für zwei Wochen.

Einige solcher Stapel wanderten in den Sondermüll.

Geschafft. Die neuen Zellen werden ins Schiff geladen. Die Werft wird das Dach schließen und neu lackieren.

BG – wegschauen!!!

Das Auto muss zurück, also fahren wir wieder zur Fähre nach Palermo und ab Mitternacht von Genua nach Mannheim. Drei Wochen später kommen wir mit dem Flieger nach Catania zurück.

Catania vor dem Ätna

Am selben Tag noch setzt uns die Werft ins Wasser und wir sind klar für den zweiten Teil der Baustelle.

Wir erwarten etwa 85m Kleberraupen. Da ist eine elektrische Kartuschenpistole absolut notwendig.

Die Position jedes Panels habe ich genau angezeichnet. Alle Kabeldurchführungen sind fertig und die Elektrik betriebsbereit. Präzise legen wir die Kleberraupen und platzieren kleine Buchenholzplättchen um den 3mm Abstand zur Dachfläche zu sichern.

Es ist ein schöner Tag. Wir arbeiten konzentriert und präzise.

Der Ätna in leichten Wolken
Taormina im Hintergrund

Am Abend ist alles fertig. Der 3.300m hohe Ätna feiert mit uns.

Am nächsten Tag. Die Baustelle ist aufgeräumt. Wir besichtigen unser Werk mit der Drohne.

Danke, Dennis!

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