Klar für den Arbeitswinter

Kaum angekommen ging die Arbeit los. Drei Tage haben wir das Schiff geputzt. Mit dem Hochdruckreiniger gingen wir über alle Flächen von Oben bis unten. Jetzt ist das Schiff wieder frei von der Schicht aus Salz und sandigem Staub aus der Sahara.

Martina war in der Küche und hatte gerade etwas altes Brot in der Hand, als eine kleine weiße Ente herbei schwamm. Das Entlein hat sich das hingeworfene Brot schmecken lassen und verschwand. Zehn Minuten später kam sie wieder und brachte die ganze Entengroßfamilie mit.

Irgendwie hat die Kleine geahnt, dass wir unser Brot entsorgen müssen.

Drinnen im Schiff ist alles aufgeräumt. Alle teuren Gegenstände sind in der Bugtoilette verstaut und der Raum gut verschlossen. Jetzt können die Handwerker kommen.

Im Fischerhafen

Heute Morgen waren wir mit den Leuten von Silent-Yachts verabredet. Also haben wir gestern schon mal erkundet, wo wir da hin müssen. Was für ein Omen ist ein gesunkenes Fischerboot für uns?

Jedenfalls war das Anlegen nicht ganz einfach. Wir mussten uns zwischen einer alten Katamaranfähre und einem Fischer, der schon auf dem Schlitten der Werft steht durch…

… und sofort ran an den Kai. Vor unserem Bug wird es schnell flach.

Hier wird Silent-Yachts den ersten Teil der Arbeiten machen.

Wenn wir Ende Januar wieder kommen, wird die Silent-Sea an unserem Liegeplatz in der Marina liegen.

Ein schöner Standort für die Erkundung dieser geschichtsträchtigen Gegend über den Winter.

Fano. Am Ziel.

Gestern Nachmittag sind wir in Fano eingelaufen. Die zunehmend herbstliche Wetterlage hat uns motiviert, die letzten Etappen der Reise etwas zügiger anzugehen.

Seit unserem Start in Tarragona sind 10 Wochen vergangen. In unserem Kielwasser liegen genau 1.740 Nautische Meilen. Das sind 3.222 Kilometer.

Es war eine schöne Reise…

Scilla. Bekannt seit Odysseus.

… und eine interessante Reise.

Ausfahrt aus dem Tiber

Alle Wettervorhersagen waren zutreffend. Damit konnten wir die Etappen immer so planen, dass wir nie mit schwerer See kämpfen mussten. Und wir hatten auch einfach Glück.

So sieht man den Löwengolf selten

Insgesamt waren wir wir 70 Tage unterwegs. 19 Nächte haben wir in Häfen verbracht, 50 Nächte lagen wir vor Anker.

Stadtnah und trotzdem Ruhe

Jetzt sind wir aber froh, im sicheren Hafen von Fano angekommen zu sein. Der Sommer ist vorbei und die Tage werden kurz.

Jetzt machen wir das Schiff sauber und klar für den Winter. Am Montag fahren wir die Silent-Sea zum Arbeitskai von Silent-Yacht. Dort werden in den nächsten Wochen eine Reihe von Arbeiten am Schiff durchgeführt.

Am Mittwoch fahren wir mit der Bahn nach Hause.

Guardia di finanza und das Mannheimer Amtsgericht

Heute wurden wir zum dritten Mal von der italienischen Guardia di finanza kontrolliert.

Deren Boote sind in allen Häfen präsent. Sie patroullieren immer die Küste entlang.

Mit ihren schnellen Schlauchbooten kommen die auch in der Ankerbucht längsseits.

Sie wollen immer das gleiche sehen: Die Personalausweise der Leute an Bord, den Eigentumsnachweis für das Schiff und den Nachweis der Haftpflichtversicherung.

Gleichzeitig ist jeder Hafen verpflichtet, von uns genau diese Papiere zu verlangen.

Damit stellt Italien sicher, dass keine gestohlenen Boote unterwegs sind. Und sie überwachen sehr genau, welche Menschen darauf sitzen.

Bei den Kontrollen sind die Beamten polizeilich bestimmt aber immer höflich. Sie überprüfen unsere Dokumente gegen Ihre eigenen Datenbanken. Am Ende bekommt man ein zweiseitiges Protokoll über diesen Check. Das ist einige Wochen valide und man kann es einem anderen Kontrollboot vorlegen damit die nichts machen (müssen).

Jetzt kommen wir zum Mannheimer Amtsgericht. Dieses führt neben dem Grundbuch auch ein Seeschiffsregister. Beides sind Register öffentlichen Glaubens welche ein Eigentum dokumentieren.

Die Bundesländer haben kürzlich beschlossen, alle Seeschiffsregister in Hamburg zu vereinen. Das ist bestimmt eine sinnvolle Verwaltungsvereinfachung.

Ende Juli hat das Gericht uns angeschrieben und die Verlegung des Registers nach Hamburg kundgetan. Wir sollen bitte unser Schiffszertifikat ans Gericht geben, weil sie das nach Hamburg transferieren. Hamburg würde uns dann irgendwann mal ein neues Zertifikat zusenden.

Das haben wir natürlich nicht gemacht. Ohne dieses Zertifikat wären wir jetzt schon drei mal im Knast gelandet.

Das Mannheimer Registergericht weiß offensichtlich nicht mehr, für was die Dokumente gut sind, die sie ausstellen.

Mal sehen, was für Ordnungsstrafen wir bekommen, weil wir denen unser Zertifikat nicht geschickt haben.

Der Zerfall Deutschlands sitzt in den Amtsstuben.

Eine kreative Woche

Meine Cousine Claudia und ihr Lebensgefährte Simon leben seit kurzer Zeit in der Nähe von Imperia. Sie haben in den schönen Bergen ein großes, altes Haus gekauft und werden sich dort ein neues Leben aufbauen.

Wir hatten vier Tage Rast in Imperia gemacht. Was lag da näher, als der Gedanke, dass die beiden ein paar Tage mit uns fahren.

Im Hafen von Imperia.

Am Abend des 21.08. trafen wir uns im Hafen am Schiff und sind dann erstmal in die erstklassige Spaghetteria in der Nähe.

Zurück an Bord gab es Überraschungen. Was??? Ihr habt ein Klavier an Bord? Und eine Nähmaschine auch? – Das gibt’s ja gar nicht.

Am Tag darauf sind wir gemeinsam nach Valoria gefahren, das Dorf in den Bergen hinter Dolcedo. Die Beiden haben etwas vor. Respekt!

Am späten Abend des 22.08. haben wir uns per Funk beim Hafen Imperia verabschiedet und sind durch die Nacht quer durch den Golf von Genua nach Portofino.

Die folgenden Tage hatten wir gemeinsam eine schöne Zeit.

Kurs Elba

Simon hat ausgiebig Klavier gespielt …

Ein richtiger Pianist an Bord

… und fand endlich die Ruhe, die überfälligen Steuererklärungen zu machen.

Claudia, die Schneidermeisterin, hatte zufällig einen guten Stoff für einen Sonnenschutz im Fundus.

Meisterhaft hat sie für uns einen schicken Sonnenschutz genäht.

Es waren kreative und inspirierende Tage für uns alle.

Simon hatte auch seine Taschenwerkstatt dabei und hat eine neue Kollektion von Armbändern geschaffen.

Mittlerweile war böses Wetter aufgezogen, das in ganz Europa schwere Schäden verursachte. Zu unserem Schutz haben wir die Bucht von Portoferraio auf Elba angesteuert. Einen der sichersten Ankerplätze im ganzen Mittelmeer.

So war dann unser letzter gemeinsamer Tag vom großen Regen geprägt. Am nächsten Tag mussten Claudia und Simon die Fähre ans Festland nehmen. Termine in Deutschland …

Abschied in Elba

Weiter nach Norden

Der starke Wind, der uns in Brindisi Schutz suchen ließ, hielt zwei Tage durch. Die unangenehmen Wellen liefen weiter. Also blieben wir drei Tage in Brindisi. Für die letzte Nacht haben wir uns aus der Marina verabschiedet und uns in dem großen Vorhafen vor Anker gelegt.

Mit dem ersten Tageslicht schleichen wir aus dem Hafengebiet vom Brindisi und freuen uns über das ruhige Meer, das uns erwartet.

Fast vier Stunden laufen die E-Motore still vor sich hin. Dann braucht es neuen Strom. Also Generator an, business as usual. Wenige Minuten später: der Motor heult auf und bleibt dann stehen. Schock. Das war eine Notabschaltung.

Erst mal E-Antrieb auf langsame Fahrt stellen und kurz nachdenken. Alle angezeigten Werte des Motors sind unauffällig. Also nochmal starten. Der Volvo springt an – und bleibt sofort wieder stehen. Gottseidank ist ruhige See – ich kann die Heckklappe aufmachen. Mist, was für eine Sauerei?

Alles voller Motoröl. Fein verteilt und in fetten Pfützen. Wo kommt das her???

Alles klar. Gestern habe ich den Ölstand überprüft. Und offensichtlich den Peilstab nicht richtig eingesteckt. OK, wer murkst, putzt.

Mit zwei Liter frischem Öl und richtig sitzendem Peilstab läuft der Volvo wieder wunderbar.

Monopoli

Nach 35 Meilen erreichen wir Monopoli. (Das gleich lautende Spiel schreibt sich mit y am Ende).

Am Stadtkai können wir kostenlos festmachen. Natürlich gibt es da kein Wasser und keinen Strom.  Das macht uns nichts aus. Dafür können wir dieses nette Städtchen besuchen.

Nach Sonnenuntergang spielt ein Musiker auf seinem Saxophon. Eine schöne Stimmung.

Wir müssen jetzt das ruhige Wetter nutzen. Der nächste Starkwind ist schon in Sicht. Also auch heute wieder: mit dem ersten Licht mache ich das Schiff los und schiebe uns leise weg von der Mole. Die anderen Segler können weiter schlafen.  Unseren Elektroantrieb hört keiner.

52 Meilen weiter fällt unser Anker auf den Sand vor Barletta. Es ist kurz vor Sonnenuntergang. Also schnell ein paar Runden ums Schiff schwimmen und dann ein feines Gulasch zum Abendessen. Zeit zum Kochen haben wir ja an so ruhigen Tagen wie heute.

Wir liegen ungeschützt vor dem Strand von Barletta. Bei der Wetterlage heute ist das kein Problem. Die Etappe morgen wird nicht ganz so lange sein.

Gäste an Bord

Den größten Teil dieser Reise fahren Martina und ich alleine. Doch ab und zu mal kommen auch Freunde und Familie zu uns und fahren eine Etappe mit uns.

Die Anreise erfolgt meistens mit dem Flieger in die Nähe unseres geplanten Standortes und der Rest dann mit der Bahn oder dem Bus. Das funktioniert meistens problemlos. Bewährt haben sich auch ganz getrennte Flüge. Thomas und Laurence sind kürzlich nach Neapel geflogen und kamen mit der Bahn nach Sapri. Am Ende der Etappe in Messina nahmen sie dort den Bus nach Catania und sind mit Ryanair wieder zurück nach Luxemburg.

Claudia und Simon sind mit dem Auto gekommen und mit der Bahn wieder zurück zum Auto gefahren.

An- und Abreisen sind also immer ganz speziell und manchmal auch für sich schon ein Abenteuer.

An Bord haben unsere Gäste eine eigene Kammer mit Doppelbett und eigenem Bad. Alles mit schöner Aussicht auf Meer und Küste.

Wir kümmern uns natürlich um die Navigation und die Sicherheit in allen Lagen. Alles Andere, was so im Haushalt anfällt, wie Einkaufen oder Kochen, machen wir gemeinsam. Jeder hält seine Kammer selbst sauber.

Pantry

Unsere Reiseplanung ist immer auch vom Wetter abhängig. Auch technische Themen können die Pläne beeinflussen. Wir sind kein Linienschiff mit einem für die Saison festgelegten Fahrplan. Daher stimmen wir die Reiseplanung immer individuell ab. Im Jahr 2024 wollen wir die Adria und das ionische Meer bereisen.

Stop in Brindisi

Es gibt zwei gute Gründe, in Brindisi eine Pause einzulegen. Erstens ist hier ein richtig guter Hafen, der uns Schutz vor dem heftigen Nordwind gibt.

Längsseits an der Marina

Zweitens war dieser Naturhafen über viele Jahrtausende ein Drehpunkt der Kulturen.

Blick in den großen Vorhafen

Gestern sind wir früh aus der Bucht von Ontranto ausgelaufen um vor dem angesagten Nordwind möglichst weit nach Norden zu kommen. Das hat auch zur Hälfte geklappt. Die zweite Hälfte war dann schon etwas ruppiger. So waren wir froh, als uns nach 42 Meilen die lange Mauer des Hafens von Brindisi in ihren Schutz nahm. Gegen 14 Uhr wurden wir von den freundlichen Marineros empfangen.

Vom Salz befreit.

Bei so einer Fahrt durch die Wellen spritzt natürlich ständig das Wasser über das Schiff. Mit den Stunden bildet sich dann überall eine richtige Salzkruste. Dafür gibt es im Hafen an jedem Liegeplatz Wasseranschlüsse. Während ich im Hafenbüro die Formalitäten erledigte, spülte Martina mit dem Wasserschlauch das ganze Salz vom Schiff.

Heute wollten wir natürlich das alte Brindisi sehen. Der Bus brachte uns in 15 Minuten vom Porto Turistico direkt in die Altstadt.

In der Altstadt
Flottenstützpunkt
Am Binnenhafen
Links: Museo Archeologico Provinciale Francesco Ribezzo

Das archäologische Museum bietet auf drei Stockwerken eine schöne Sammlung von Objekten aus den letzten 6000 Jahren in dieser Region.

Besonders interessant für diesen Blog fanden wir diese Kollektion von Ankern aus vorgeschichtlicher Zeit bis etwa 300 vor Christus.

Anker
Anker aus 3.000 Jahren vor Christus
Die römischen Säulen vom Hafen aus …

Diese Säulen sollen das Ende der Via Appia markieren. Diese Handelsstraße von Rom nach Süden wurde um 190 vor Christus bis Brundisium fertiggestellt. Danach entwickelte sich die Stadt zum wichtigsten Umschlagplatz von Waren und Sklaven aus dem nahen Osten. Die Via Appia wurde zur Regina Viarum, der Königin der Straßen.

Blick aus der Stadt über den Hafen auf die See

Ehrlich gesagt: ich glaube diese Geschichte, dass diese Säulen das Ende der Via Appia markieren sollen, nicht. Das passt nicht zur Denkweise des antiken Roms. Wenn das hier das Ende sein soll, hätten sie eher ein Tor gebaut. Wie in Trier die Porta Nigra. Ich denke eher, dass Rom mit diesen Säulen seinen imperialen Blick über die Via Appia hinaus auf das Meer und nach Osten zum Ausdruck brachte.

Schlepperschiffe in Leuca

Gestern Nacht fiel in völliger Dunkelheit unser Anker in der Bucht vor dem Hafen von Santa Maria di Leuca. Beim ersten Versuch landete der Anker auf felsigen Untergrund und hat nicht gehalten. Erst beim zweiten Mal fanden wir eine Stelle mit tiefem Sand, wo er sich gut eingraben konnte.

Vor dem Hafen von Leuca

Das Wetter bleibt weiterhin ruhig. So hatten wir eine friedliche Nacht und konnten am Morgen die Stadt besuchen.

Im Porto di Leuca liegen derzeit fünf Schiffe, die von der Küstenwache beschlagnahmt wurden. In den anderen Häfen an dieser Küste sieht es ähnlich aus.

Schlepperboote

Ein Freund von uns in Imperia engagiert sich in einem Verein, der blinden Menschen das Segeln ermöglicht. Er hat vor einigen Monaten eine Bavaria 42 von hier nach Imperia gesegelt. Mit dem etwa 13 Meter langen Segelboot hatten Schlepper 50(!) illegale Migranten von der Türkei nach Italien gebracht. Die Küstenwache gibt solche Schiffe an gemeinnützige Vereine weiter.

Leuca downtown
Uferpromenade

Leuca ist ein Ferienort mit vielen schönen Villen und Gästehäusern. Große Hotelanlagen gibt es hier keine. Man kann aber ahnen, dass es hier zur Sommerzeit sehr lebendig ist.

Villa Pia
Im Winterschlaf

Eigentlich ist der Oktober eine wunderbare Zeit für eine Italienreise. Es ist immer noch warm und nirgends herrscht Gedränge.

Mit dem Dinghy zurück zum Schiff.

Mit unseren Beiboot bringen wir die Einkäufe ans Schiff und heben den Anker. Heute wollen wir nur 22 Meilen fahren.

Anglerglück

Heute morgen sind wir um sechs Uhr vom Cap Rizzuto aufgebrochen. Unser Ziel, Leuca am südlichen Ende der Ostküste Italiens, ist etwa 80 Meilen entfernt.

Die Wettervorhersage verspricht uns einen ganz ruhigen Tag. Das ist natürlich ideal. Ohne Wind und Wellen kommen wir am angenehmsten voran.

80 Meilen über glattes Wasser

Als das Schiff auf Kurs war, brachte ich unsere Schleppangel aus. Das ist eine 60 Meter lange Nylon-Schnur mit einem lustigen, bunten Tintenfisch als Köder. Unsere Reisegeschwindigkeit von 6,5 Knoten ist ideal um Thunfische, Makrelen oder andere Jäger zu fangen.

Um 10 Uhr war es dann soweit. Plötzlich spannte die Leine ungewöhnlich stark. Fischalarm! Martina hat das Tempo halbiert und ich habe mit Lederhandschuhen bewaffnet die Leine eingeholt. Und tatsächlich: eine Goldmakrele fand unseren Tintenfisch gut.

Angelandet …
67cm …

Einen Stunde später war der Fisch sauber filetiert und die Küchenarbeit ging los. 

Mahlzeit!

Ansonsten haben wir auf dieser langen Strecke heute nicht viel gesehen. Keine Wale, keine Delfine nur Schildkröten waren viele da. Einmal haben wir probiert, uns ganz langsam an sie heranzuschleichen. Die sind aber abgetaucht, bevor wir nah genug für schöne Fotos waren. Bleib also nur der Blick aus der Ferne auf die Tiere:

Hallo Schildkröte …

Was macht ein Schiff am Anker?

Heute haben wir zum ersten Mal auf dieser Reise eine Etappe abgebrochen und eine schützende Bucht aufgesucht. Gegen zuviel Wind und Welle fahren macht keinen Spaß.

Ruhe am Capo Rizzuto

In der Nähe liegen ein Engländer und ein Schwede. Sie haben die selbe Option gewählt. Eine gute Gelegenheit, einmal etwas über das Ankern zu erzählen.

Das fängt erstmal bei den Begriffen an. In einem Hafen macht man fest. In freier Wildbahn muss man ankern. Schon zu prähistorischen Zeiten haben Menschen Boote gebaut und haben auf Reise natürlich geankert. Dazu hatten sie schwere Steine dabei, an denen sie ihre Ankerleine befestigt haben. Die Griechen in der Antike haben Netze mit Steinen gefüllt und zu Wasser gelassen. Das war handlicher für die größer gewordenen Schiffe. Solche Anker funktionierten einfach durch die Reibung der Masse auf dem Meeresboden. Seit rund 2.500 Jahren gibt es Anker aus Eisen, deren Flunken sich in den Boden eingruben. Das war ein großer Fortschritt. Moderne Anker arbeiten prinzipiell gleich.

Wenn wir auf Reise sind, gehen wir nicht so gerne in Häfen. Lieber liegen wir frei vor Anker und haben unsere Ruhe. An Land können wir ja mit unserem Beiboot. Daher ist es wichtig, dass das ganze Ankergeschirr von bester Qualität ist.

Unser Anker ist ein moderner Anker von Ultramarine. Schon auf unserer Fastnet-Lady hatten wir diesen Typ und machten nur gute Erfahrungen.

Ultramarine Anker

Der Anker hängt an einer 100 Meter langen Edelstahlkette.  Deren Chromox-Legierung ist die einzige Chromstahlkette, die im Mittelmeer nicht korrodiert.

Die ganze Kette wiegt 230 Kilo und der Anker 45 Kilo. Das kann man nicht mit der Hand nach oben ziehen. Daher braucht es noch eine elektrische Winde.

Ankerwinde mit 2kW Leistung

Das Manöver zum Ankern ist einfach. Man stoppt das Boot da, wo der Anker liegen soll und lässt ihn ab. Dabei muss der Bug in den Wind zeigen. Dann macht man ganz langsame Fahrt rückwärts und legt die Kette gerade auf den Boden. Je nach Windstärke legen wie etwa drei bis fünf mal soviel Kette, wie das Wasser tief ist. Wenn die Kette dann spannt, stoppt sie das Boot auf und der Anker gräbt sich in den Sand ein.

Natürlich bleibt das Boot nicht auf der Stelle stehen. Vielmehr schwoit es (dreht sich) mit dem Wind um den Anker. Je nach Windstärke spannt sich die Kette oder fällt schlaff senkrecht nach unten. Also ist das Boot mal näher, mal weiter vom Anker entfernt. Es geht aber immer im Kreis um den Anker. Das Bild oben zeigt die Bewegungen des Bootes vom Ankern am Abend mit leichtem Wind von Süden und nächtlichen Schwingen vor dem Anker bei nördlichem Wind.

Demnächst schreiben wir über die Auswahlkriterien für einen Ankerplatz.